Golden Misabikos Besuch bei Areva und Urenco

Golden Misabiko vor den Toren der Urenco

Golden Misabiko vor den Toren der Urenco

Wird in Gronau und Lingen möglicherweise illegal abgebautes Uran aus dem Kongo verarbeitet?

Der kongolesische Umwelt- und Menschenrechtsaktivist Golden Misabiko hat die beiden deutschen Uranfabriken im emsländischen Lingen (Niedersachsen) und im westfälischen Gronau (NRW) in Augenschein genommen. Dazu traf er sich an der Urananreicherungsanlage in Gronau und an der Brennelementefabrik in Lingen mit Mitgliedern örtlicher Umweltorganisationen. Golden Misabiko hat an der Entstehung des Films „Atomic Africa“ mitgewirkt, der kürzlich vom WDR ausgestrahlt wurde. Der afrikanische Umweltschützer ist derzeit Gast bei verschiedenen Organisationen. In den letzten Tagen berichtete er u. a. in Osnabrück und Münster über die Gefahren des Uranbergbaus, die Ortstermine in Lingen und Gronau ergaben sich dabei fast zwangsläufig.

Die Zustände beim weltweiten Uranbergbau werden immer schlimmer. Wertvolles Trinkwasser wird zum Auswaschen des Urans benutzt, radioaktive Giftschlämme und Stäube des Uranbergbaus gefährden Mensch und Umwelt. Afrikanische Nichtregierungs-Organisationen, die sich gegen diese Zustände zur Wehr setzen, werden bedrängt. Golden Misabiko wurde in seinem Heimatland wegen seinen Dokumentationen verhaftet und kam erst durch massive Interventionen von Menschenrechtsorganisationen und von Hillary Clinton aus dem Gefängnis frei. Atomenergie wird in der Bundesrepublik als angeblich „saubere“ Energie dargestellt. Golden Misabiko dagegen informiert darüber, dass der Uranbergbau, und damit auch die Nutzung der Atomenergie, ein dreckiges Geschäft ist.

Nur eingeschränkte Informationen über den Uranbergbau im Kongo

Über den Uranbergbau im Kongo gibt es nur eingeschränkte Informationen. Bekannt ist, dass die USA das Uran für die Atombomben, die über Hiroshima und Nagasaki abgeworfen wurden, aus dem Kongo stammte. Offiziell ist derzeit der Uranbergbau im Kongo verboten, dennoch wird weiterhin im Kongo Uran in verschiedenen Erzverbindungen gefördert und exportiert. Die Ärzteorganisation IPPNW kritisiert: „Die deutsche Bundesregierung und die EURATOM Supply Agency verschleiern die Herkunft des Urans, das für den Betrieb deutscher Atomkraftwerke genutzt wird.“ (http://www.ippnw.de/atomwaffen/gesundheitliche-folgen/uran/artikel/2bbe23ac c8/deutschland-verschleiert-uranherkunf.html).

An der Gronauer Urananreicherungsanlage zeigte sich Golden Misabiko darüber geschockt, das in der Anlage erhebliche Uranmengen aus verschiedenen Ländern verarbeitet werden, obwohl auch hierzulande die Umweltschäden des Uranabbaus aus dem Wismut-Uran-Bergbau bekannt sind und die Bundesrepublik sich angeblich im „Atomausstieg“ befindet. In Gronau wird derzeit pro Jahr das Uran für den Betrieb von etwa 35 Atomkraftwerken angereichert und größtenteils ins Ausland exportiert.

Gemeinsam Uranbergbau und Uranfabriken stoppen!

Bei dem Pressetermin an der Gronauer Urananreicherungsanlage stand die Frage im Raum: Wird möglicherweise auch in Gronau Uran aus dem Kongo angereichert und später (bzw. nur) in Lingen zu nuklearen Brennstoffen weiter verarbeitet? Golden Misabiko wird mit Anti-Atomkraft-Initiativen in NRW und Niedersachsen weiterhin im Kontakt bleiben, um gemeinsam eine Antwort auf diese Frage zu finden. Zudem bestand Einigkeit darüber, dass auch die Uranfabriken in der Bundesrepublik Deutschand sofort gestoppt werden müssen, um damit auch den Uranabbau, egal in welchem Land, einzudämmen.

Während Misabiko sich in Lingen uneingeschränkt informieren konnte, mussten sich er und andere Umweltschützer/innen unmittelbar nach der Ankunft an der Gronauer Urananreicherungsanlage gegenüber vom Werkschutz herbeigerufenen Polizisten ausweisen. Alle Anwesenden wurden zusätzlich durch Videokameras der Polizei observiert. Eine Rechtsgrundlage für diese Überwachung konnte die Polizei den UmweltschützerInnen nicht nennen.

Immer wieder Polizeikontrollen bei Presseterminen an der Gronauer Urananreicherungsanlage

An der Urananreicherungsanlage kommt es bei Presseterminen der Anti-Atomkraft-Initiativen immer wieder zu Polizeikontrollen. „Sinnvoller wäre eine Überprüfung, ob in Lingen und / oder Gronau Uran aus dem Kongo verarbeitet wird“, so die Anti-Atomkraftinitiativen in einer Pressemitteilung. „Die Öffentlichkeit hat ein Recht darauf zu erfahren, aus welchen Ländern die Betreiber der Uranfabriken in Lingen und Gronau ihr Uran erhalten und unter welchen Bedingungen es dort abgebaut wird“, fordert Udo Buchholz vom Vorstand des Bundesverbandes Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU).

Abschließend weisen die Anti-Atomkraft-Initiativen darauf hin, dass im Kongo nicht nur der Uran-Bergbau in der Kritik steht. Ebenfalls ein gravierendes Thema ist der Coltan-Bergbau. Menschrechtsorganisationen prangern dabei die Kinderarbeit an. Coltan ist für die Produktion von Mobiltelefonen von Bedeutung.

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Ein Kommentar zu Golden Misabikos Besuch bei Areva und Urenco

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